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28. November 2014 Die besten Schnitzel Die vorweihnächtliche Besinnungslosigkeit, lässt sich gerne auch mit einem Besuch bei Poldi unterbrechen. Poldi ist ein über achtzigjähriger Schnitzelklopfer aus Österreich, der seine Kneipe aktuell in Düsseldorf Pempelfort betreibt. Laut den Aussagen der Mitgereisten Dorfbewohnern soll Leopold Wagner - so heisst der Bursche mit bürgerlichem Namen - seine Schnitzelschmiede bereits durch viele Stadtteile Düsseldorfs geritten haben, angeblich den Schimmelreitern vom Gesundheitsamt immer einen Schritt voraus. Who knows? Auf jeden Fall ist der Besuch bei Poldi immer ein Erlebnis. In seinem hohen Alter schwingt er den Fleischhammer noch selbst und ist in der Lage aus einer amtlichen Schweinelende ein schneebrettgrosses Schnitzel zu klopfen. Bei der Panade wird nicht gekrümmelt und das Fleisch ist vom Feinsten. Ihn in die Ecke der Verpackungskünstler unter den Schnitzelherstellern zu stellen, wäre eine Frechheit. Wer ums Verrecken Gemüse braucht - DMAX warnt zwar eindringlich davor - bestellt einen Nüssler Salat vorab. Alternativ zum grünen Salat gibt es natürlich auch Kartoffelsalat mit Speckwürfeli. Die Vorspeise ist somit auch gleich mit der Entscheidung verbunden, Vitamine oder Sättigungsbeilage - beides so unnötig wie dem Priester seine Eier. Das Schnitzel kommt dann, da schneebrettgross, platztellerfüllend und garniert mit zwei Zitronenspalten. Vitaminjunkies werden auch bei der Hauptspeise mit dem nötigen Respekt bedacht. Das Lokal ist mit Bildern von Sisi, Franz und dem Stephansdom geschmückt. Auf der Speisekarte stehen zwar auch Gans und Kaiserschmarrn, beides habe ich bei Poldi noch nie gesehen. Wer nach dem Schnitzelverzehr noch einen Kaiserschmarrn reinpfeift ist nicht von dieser Welt. Zum zerhacken der verschlungenen Köstlichkeiten, stellt Poldi gebrannte Mirabellen und Marillen in Flaschen auf den Tisch - man solle sich selbst bedienen. Zum Schluss wird einkassiert. Das erledigt der Chef höchstselbst und liefert dabei noch ein bisserl Wiener Schmäh. Dann muss man raus. Voll der Hoffnung, dass Poldis Lebenszeit noch für einen weiteren Besuch ausreichen wird. Viele Grüsse vom Senfautomaten D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h (296/29) - |
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